Ich gebe zu: Ich bin bei Bitcoin inzwischen deutlich optimistischer als noch vor einigen Jahren. Und je länger ich mich mit unserem Geldsystem beschäftige, desto mehr verstehe ich, warum Menschen auf Bitcoin setzen.
Die Staaten machen immer neue Schulden. Die Zentralbanken versuchen, die Inflation zu kontrollieren. Und wir Bürger müssen darauf vertrauen, dass unser Geld auch in zehn oder zwanzig Jahren noch ordentlich Kaufkraft besitzt.
Genau hier setzt Bitcoin an. Niemand kann einfach neue Bitcoins drucken. Die maximale Menge ist auf 21 Millionen begrenzt. Kein Finanzminister und kein Notenbankchef kann diese Grenze nach Belieben verschieben.
Das finde ich ziemlich überzeugend.
Die Finanzwelt hat Bitcoin lange belächelt
Jahrelang wurde Bitcoin als Spielzeug für Spekulanten abgetan. Inzwischen beschäftigen sich die größten Vermögensverwalter der Welt damit.
Bitcoin ist über börsengehandelte Produkte für immer mehr Anleger zugänglich geworden. Was früher ein Thema für Technikfans war, ist längst an der Wall Street angekommen.
Auch in Deutschland verändert sich etwas. Laut einer Studie von BearingPoint besitzen bereits 13 Prozent der Deutschen Kryptowährungen. Weitere elf Prozent können sich einen Einstieg vorstellen. Besonders bei jüngeren Anlegern sind digitale Währungen verbreitet.
Das zeigt mir: Bitcoin ist längst kein Randthema mehr.
Je größer die Staatsschulden, desto interessanter wird Bitcoin
Für mich ist das stärkste Argument für Bitcoin nicht irgendeine Kursprognose.
Es ist unser Geldsystem.
Die USA sitzen auf einem gigantischen Schuldenberg. In Europa steigen die Staatsausgaben ebenfalls. Und ich sehe wenig politischen Willen, diese Entwicklung grundsätzlich umzukehren.
Wie sollen diese Schulden jemals abgebaut werden?
Durch Sparen? Politisch schwierig.
Durch höheres Wirtschaftswachstum? Wünschenswert, aber keineswegs garantiert.
Oder durch Inflation, die den realen Wert der Schulden über die Jahre verringert?
Letzteres halte ich für ein durchaus realistisches Szenario.
Und genau deshalb gefällt mir die Idee eines Geldes, dessen Menge nicht von politischen Entscheidungen abhängt.
Natürlich ist Bitcoin kein perfekter Inflationsschutz. Der Kurs schwankt teilweise extrem. Aber auf lange Sicht könnte seine Knappheit zu einem immer wichtigeren Argument werden.
Was passiert, wenn Bitcoin wirklich zum digitalen Gold wird?
Hier wird es für Anleger spannend.
Gold wird seit Jahrtausenden als Wertspeicher genutzt. Bitcoin existiert dagegen erst seit 2009.
Aber Bitcoin hat einige interessante Eigenschaften: Er ist weltweit übertragbar, in kleinste Einheiten teilbar und seine Menge ist begrenzt.
Was passiert, wenn künftig nicht nur Privatanleger, sondern auch immer mehr Unternehmen, Vermögensverwalter und möglicherweise Staaten Bitcoin als langfristige Reserve halten?
Dann trifft eine steigende Nachfrage auf ein begrenztes Angebot.
Das könnte den Preis erheblich nach oben treiben.
Natürlich ist das keine Garantie. Die Nachfrage kann auch wieder sinken. Aber das langfristige Potenzial halte ich für beachtlich.
Die größte Gefahr ist vielleicht, nicht dabei zu sein
Ich würde trotzdem niemals mein gesamtes Vermögen in Bitcoin investieren.
Dafür schwankt der Kurs zu stark. Außerdem gibt es regulatorische, technische und politische Risiken.
Mein Fundament bleiben Aktien und ETFs. Dort beteilige ich mich an Unternehmen, die Produkte verkaufen, Gewinne erzielen und Dividenden ausschütten können.
Aber Bitcoin hat für mich inzwischen einen eigenen Platz in der Diskussion über langfristigen Vermögensaufbau.
Denn vielleicht erleben wir gerade, wie neben Gold eine zweite, digitale Form der Wertaufbewahrung entsteht.
Und wenn diese Entwicklung tatsächlich weitergeht, könnten wir in zehn Jahren auf die heutigen Kurse zurückblicken und uns fragen, warum wir die Chancen nicht früher erkannt haben.
Mein Fazit
Ich glaube nicht, dass Bitcoin morgen den Euro oder den Dollar ersetzen wird.
Aber gerade in einer Welt mit immer höheren Staatsschulden, steigenden Ausgaben und wiederkehrender Inflation hat die Idee eines knappen, staatlich unabhängigen digitalen Vermögenswerts ihren Reiz.
Bitcoin ist für mich deshalb längst mehr als eine Spekulation. Er ist auch eine Wette gegen die unbegrenzte Ausweitung staatlichen Geldes.
Ob diese Wette aufgeht, weiß niemand. Aber ich finde sie zunehmend überzeugend.
Wie seht ihr das?
Seid ihr bereits in Bitcoin investiert? Glaubt ihr, dass Bitcoin langfristig zum digitalen Gold wird und wir irgendwann Kurse von 200.000 oder sogar 500.000 Dollar sehen?
Oder haltet ihr das alles weiterhin für eine riesige Spekulationsblase?
Und wie viel Prozent eures Vermögens würdet ihr maximal in Bitcoin investieren?
Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare.
Hinweis: Dieser Beitrag ist meine persönliche Einschätzung und keine Anlageberatung. Bitcoin ist hochriskant und kann erhebliche Kursverluste erleiden.
