November 1

Silberpreis im freien Fall: Jetzt kaufen oder kommt der große Crash erst noch?

Fast 1,4 Millionen Euro hat es den deutschen Steuerzahler gekostet, Silber-Gedenkmünzen einschmelzen und neu prägen zu lassen. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Angaben des Bundesfinanzministeriums. Betroffen waren die Münzen „Heilige Drei Könige“ und „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“. Der Grund: Der Silberpreis war so stark gestiegen, dass der Materialwert der Münzen ihren Nennwert überstieg. Die ursprünglich geplante Ausgabe wurde deshalb abgesagt.

Eine ziemlich absurde Geschichte. Während der Staat Silbermünzen teuer einschmelzen lässt, fragen sich Anleger inzwischen, ob sie das Edelmetall überhaupt noch kaufen sollten.

Denn am Silbermarkt hat sich das Blatt dramatisch gewendet. Erst schoss der Preis auf über 120 US-Dollar je Feinunze. Dann folgte ein regelrechter Absturz auf rund 50 Dollar. Wer nahe am Höchststand eingestiegen ist, hat zwischenzeitlich mehr als die Hälfte seines Einsatzes verloren.

Ist die Silberblase geplatzt oder bietet sich gerade eine außergewöhnliche Kaufgelegenheit?

Warum fällt Silber so brutal?

Silber hat zwei Gesichter. Einerseits gilt es ähnlich wie Gold als Schutz vor Geldentwertung. Andererseits ist es ein wichtiger Rohstoff für die Industrie, beispielsweise für Elektronik, Solarmodule und Halbleiter.

Das macht Silber besonders anfällig für heftige Kursschwankungen.

Wenn an den Finanzmärkten Panik aufkommt, verkaufen Anleger häufig alles, was sich schnell zu Geld machen lässt. Dann können Aktien, Bitcoin, Gold und Silber gleichzeitig fallen. Genau das könnte hinter dem jüngsten Preisrutsch stecken.

Hinzu kommt, dass Silber zuvor geradezu explosionsartig gestiegen war. Viele Anleger sprangen auf den fahrenden Zug auf, weil sie glaubten, die Preise könnten nur noch steigen.

Solche Übertreibungen enden selten sanft.

Warum die 50-Dollar-Marke so interessant ist

Besonders spannend finde ich, dass Silber inzwischen wieder in der Nähe seiner historischen Höchststände von 1980 und 2011 notiert.

Die Marke von 50 Dollar ist deshalb psychologisch wichtig. Einige Marktbeobachter sehen dort bereits eine Kaufgelegenheit.

Silber könnte durchaus noch auf 45, 40 oder sogar 35 Dollar fallen. Gerade wenn die Aktienmärkte weiter unter Druck geraten und Anleger Liquidität benötigen, sind solche Bewegungen möglich.

Aber ich würde auch nicht darauf wetten, dass wir die Tiefststände punktgenau erwischen.

Die langfristigen Argumente für Silber bleiben

Was mich trotz des Kurssturzes optimistisch stimmt, ist die fundamentale Nachfrage.

Silber wird nicht nur von Anlegern gekauft, sondern tatsächlich verbraucht. In der Elektronik, in der Energietechnik und in zahlreichen industriellen Anwendungen spielt das Metall eine wichtige Rolle. Auch moderne Rechenzentren und KI-Technologie benötigen Komponenten, in denen Silber verarbeitet wird.

Gleichzeitig ist das Angebot nicht beliebig auszuweiten. Ein großer Teil des Silbers fällt als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle an.

Allerdings darf man auch die Risiken nicht unterschätzen. Wenn Silber sehr teuer wird, versuchen Hersteller, weniger davon einzusetzen oder Ersatzstoffe zu verwenden. Und eine schwache Weltwirtschaft könnte die industrielle Nachfrage belasten.

Trotzdem halte ich Silber langfristig für interessant. Gerade angesichts der weltweit steigenden Staatsschulden und der Risiken einer erneuten Geldentwertung.

Jetzt kaufen oder lieber warten?

Ich persönlich würde Silber auf diesem Niveau deutlich interessanter finden als bei Kursen jenseits von 100 Dollar.

Das bedeutet aber nicht, dass ich sofort mein gesamtes Geld investieren würde.

Mein Ansatz wäre, schrittweise Positionen aufzubauen, z.B. über einen Silber-ETC. Einen Teil jetzt, einen weiteren bei 45 Dollar und gegebenenfalls noch einmal bei 40 Dollar. So muss man nicht versuchen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu treffen.

Wer physisches Silber kauft, sollte außerdem bedenken, dass Mehrwertsteuer, Händleraufschläge und Verkaufsspannen die Rendite erheblich beeinflussen können.

Und eines sollte jedem klar sein: Silber ist kein Tagesgeldkonto. Kursverluste von 20 oder 30 Prozent sind auch künftig möglich.

Mein Fazit

Die Geschichte mit den eingeschmolzenen Gedenkmünzen zeigt auf kuriose Weise, wie sehr der Silberpreis inzwischen selbst staatliche Planungen durcheinanderbringen kann.

An der Börse erleben wir gerade das andere Extrem. Aus Euphorie ist Angst geworden. Anleger, die bei über 100 Dollar unbedingt noch einsteigen wollten, bekommen Silber jetzt für weniger als die Hälfte.

Ich glaube nicht, dass die langfristige Geschichte von Silber damit erledigt ist. Im Gegenteil: Der jüngste Absturz könnte für geduldige Anleger eine interessante Gelegenheit eröffnen.

Ob Silber vorher noch einmal auf 40 Dollar fällt, weiß niemand. Aber nach einem derart heftigen Kursrückgang würde ich das Edelmetall jedenfalls nicht abschreiben.

Wie seht ihr das? Ist Silber bei rund 50 Dollar wieder ein Kauf oder wartet ihr auf deutlich niedrigere Kurse? Seid ihr bereits investiert, kauft ihr nach oder lasst ihr lieber die Finger davon?

Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare.

Hinweis: Persönliche Markteinschätzung, keine Anlageberatung. Silber unterliegt erheblichen Preisschwankungen.


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