Februar 18

AfD und die Bundestagswahl 2025: Erhöhung des Sparerpauschbetrags auf 6.672 Euro?

Die AfD geht mit einem aggressiven Steuer- und Finanzprogramm in die Bundestagswahl 2025, das vor allem Anleger, Sparer und Unternehmer ansprechen dürfte. Ihr Konzept basiert auf einer kompletten Abschaffung der Erbschaft- und Vermögensteuer, einer drastischen Erhöhung des Sparerpauschbetrags, steuerlichen Vorteilen für Krypto-Anleger und einem staatlich geförderten Junior-Spardepot für Kinder. Während andere Parteien über neue Steuern und Umverteilung diskutieren, setzt die AfD auf maximale Steuererleichterungen und eine Stärkung der individuellen Kapitalvorsorge. Doch ihr radikaler Kurs bringt auch Risiken mit sich – vor allem mit der Forderung nach einem Austritt aus dem Euro-System. Dazu kommt das teils radikale Auftreten der AfD, was viele in der Mitte verschrecken dürfte.

Steuererleichterungen: Mehr Netto für Sparer und Investoren

Die AfD verfolgt eine konsequente Steuerentlastung für Anleger und Unternehmen:

  • Abschaffung des Solidaritätszuschlags – ein Schritt, den viele fordern, aber den die AfD kompromisslos umsetzen will.
  • Erhöhung des Sparerpauschbetrags auf 6.672 Euro – das bedeutet eine massive steuerliche Entlastung für alle, die Geld in Aktien, ETFs oder Anleihen investieren.
  • Komplette Steuerfreiheit für Kryptogewinne nach 1 Jahr Haltefrist – Deutschland soll damit zu einem der attraktivsten Standorte für digitale Währungen werden.

Diese Maßnahmen sind darauf ausgelegt, Sparen und Investieren attraktiver zu machen und den Vermögensaufbau für Bürger zu erleichtern. Während andere Parteien Kapitalgewinne stärker besteuern wollen, verspricht die AfD das Gegenteil: Mehr Freiheit für Anleger, weniger staatliche Eingriffe.

Junior-Spardepot: Vom Staat finanzierte Aktienanlage für Kinder

Eines der radikalsten Konzepte im AfD-Programm ist die Einführung eines „Junior-Spardepots“. Dabei soll der Staat für jedes neugeborene Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit monatlich 100 Euro in einen ETF- oder Aktienfonds-Sparplan einzahlen, bis das Kind 18 Jahre alt wird.

  • 18 Jahre lang steuerfinanzierte Kapitalanlage, um jungen Menschen eine solide finanzielle Basis zu ermöglichen.
  • Keine vorzeitige Entnahme möglich – das Kapital soll langfristig wachsen und erst ab dem 65. Lebensjahr ausgezahlt werden.
  • Nach dem 18. Geburtstag kann der Sparplan privat weitergeführt werden.

Dieses Modell erinnert an staatliche Rentenfonds in Ländern wie Norwegen oder Singapur, nur dass die AfD das Geld direkt auf individuelle Konten überweisen will. Kritiker könnten einwenden, dass dies eine exklusive Förderung für deutsche Staatsbürger darstellt.

Erbschaft- und Vermögensteuer abschaffen: Schutz für Familienunternehmen und Eigentümer

Die AfD sieht in der Erbschaftsteuer und Vermögensteuer eine Doppelbesteuerung, die Unternehmensnachfolgen erschwert und zum Verlust von Arbeitsplätzen führen kann.

  • Erbschaftsteuer ersatzlos streichen – Unternehmensverkäufe und Zwangsveräußerungen wegen Erbschaftssteuern sollen verhindert werden.
  • Vermögensteuer abschaffen – Vermögen, das bereits versteuert wurde, soll nicht erneut besteuert werden.

Während andere Parteien eine stärkere Besteuerung von Vermögen und Erbschaften fordern, geht die AfD den komplett entgegengesetzten Weg: Wer Vermögen aufbaut, soll nicht durch zusätzliche Steuern bestraft werden.

Kapitalmärkte zur Altersvorsorge nutzen: Deutsche sollen Aktionäre werden

Die AfD kritisiert, dass die Chancen des Kapitalmarktes für die Altersvorsorge in Deutschland jahrzehntelang ignoriert wurden. Sie fordert daher:

  • Bessere steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge mit Aktien und ETFs – Anreize für Bürger, sich finanziell unabhängig zu machen.
  • Abschaffung bürokratischer Riester-Modelle – stattdessen direkte Förderung langfristiger Investitionen.
  • Steuererleichterungen für betriebliche Altersvorsorge mit Aktien.

Dieser Ansatz zielt darauf ab, die staatliche Rente zu entlasten und Bürgern mehr Kontrolle über ihre Altersvorsorge zu geben – ein Konzept, das in Ländern wie den USA und Schweden bereits erfolgreich umgesetzt wurde.

Euro-Ausstieg: Ein gefährliches Experiment?

Während die meisten Parteien den Euro als stabilisierenden Faktor für den Wirtschaftsraum Europa sehen, fordert die AfD den kompletten Austritt Deutschlands aus dem Euro-System.

  • Die AfD kritisiert die „Dauerrettungspolitik“ der EZB – sie sieht darin eine Insolvenzverschleppung auf Kosten deutscher Steuerzahler.
  • Milliardenhilfen für verschuldete EU-Staaten sollen gestoppt werden.
  • Deutschland soll wieder eine eigene Währung einführen – trotz der enormen Umstellungskosten.

Die AfD argumentiert, dass Deutschland durch den Euro nur verliert, da es wirtschaftlich schwächere Länder subventioniert. Doch ein Austritt könnte dramatische Folgen haben: Eine neue deutsche Währung würde vermutlich stark aufwerten, was Exporte verteuern und die Industrie schwächen könnte. Der Übergang wäre mit massiven wirtschaftlichen Unsicherheiten verbunden – Finanzmärkte könnten heftig reagieren. Die Euro-Zone könnte ins Chaos stürzen, da Deutschland als wichtigste Wirtschaftsmacht den Zusammenhalt sichert.

Viele Ökonomen warnen, dass ein Austritt die deutsche Wirtschaft stärker belasten könnte als die aktuellen Kosten des Euro-Systems. Während die AfD eine Rückkehr zu nationaler Währungssouveränität fordert, könnte dieser Schritt Deutschland wirtschaftlich isolieren und zu einer tiefen Rezession führen.

Fazit: Radikale Steuerpolitik mit riskantem Euro-Exit

Mit ihrem Finanzprogramm setzt die AfD einen starken Kontrapunkt zu anderen Parteien. Während SPD, Grüne oder Linke über neue Steuern, Umverteilung und Finanzmarktregulierungen sprechen, verspricht die AfD maximale Steuererleichterungen, weniger Bürokratie und eine klare Förderung privater Kapitalanlagen.

  • Steuern runter, Renditen rauf – ein Paradies für Anleger und Unternehmer.
  • Aktien und ETFs als Altersvorsorge – anstelle eines ausufernden Rentensystems.
  • Kinder bekommen Startkapital für den Vermögensaufbau – mit staatlich finanzierten Junior-Spardepots.
  • Krypto-Anleger profitieren von Steuerfreiheit nach 1 Jahr Haltezeit.

Doch der geplante Euro-Ausstieg könnte die deutsche Wirtschaft ins Wanken bringen. Während Steuererleichterungen und eine Aktienkultur sinnvolle Ansätze sind, ist der Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung ein unkalkulierbares Risiko, das Deutschland in eine Wirtschaftskrise stürzen könnte.

Ob diese radikale Freiheitsoffensive für Sparer und Investoren Wähler überzeugt, bleibt abzuwarten – doch mit dem Euro-Exit könnte sich die AfD eine gewaltige Hypothek in ihr Wahlprogramm aufbürden, was die politische Mitte verschrecken dürfte.

Zum Programm.

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    • @Fio…Was denn konkret ist Irrsinn?….gerade die Kindergeschichte oder die Altersvorsorge ist doch durchaus sinnvoll. Oder ist es nur Irrsinn weil die AFD es gesagt vorgeschlagen hat?

  • Wir brauchen in der EU auf jeden Fall einen Richtungswechsel. Denn aktuell funktioniert es seit Jahrzehnten für den einzelnen Bürger nicht, und da spreche ich mit langer Erfahrung. Seit der Euro Einführung ist es für den einzelnen Bürger, der die DM noch kennt (was für die Jüngeren halt nicht gilt, die damit also auch nicht mitreden können) nicht besser geworden. Für Unternehmen spreche ich hier ausdrücklich nicht.

    Die DM war zur damaligen Zeit ein Modell, das funktioniert hat. Ob es beim nächsten Mal noch funktioniert, kann ich nicht sagen. Die AfD scheint, das hast Du ja geschrieben, dafür zu stehen, es mit diesem damals funktionsfähigen Modell, noch einmal probieren zu wollen. Die Richtung EUR zeigt derzeit nach unten in den Abgrund. Da muss man sich halt als Wähler entscheiden, welches Wagnis man eingeht. So kann es jedenfalls nicht weitergehen.

    Was da betrieben wird, ist tatsächlich Insolvenzverschleppung.

    Und das ist der eigentliche Irrsinn auf Kosten unserer Kinder, die damit Ihrer Zukunft beraubt werden. Und das schließt ausdrücklich die Möglichkeit ein, dass bspw. kein Geld für den Dammbau da ist, wenn der Meeresspiegel steigt, oder sonstwelche Wetterereignisse.

    Zu kurz greift die AfD auf jeden Fall mit ihrer Initiative für den Sparerfreibetrag. „Zu meiner Zeit“ hatte ich alle Gewinne aus Aktien und Wertpapieren nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei. Hätte ich das heute, die Rente wäre sicher.

    Das, was die AfD uns als Aktienrente verkaufen will, gibt es ja in vielen europäischen Ländern schon, ebenso, wie in den USA. Was der linke Block in D aus der Aktienrente gemacht hat, haben wir sicher noch in Erinnerung. Bisher sind es halt nur Wahlversprechen. Wer weiß, was da am Ende wirklich rauskommt?

    Kryptos werden auch aktuell im privaten Umfeld nach meinem Wissen steuerlich wie Gold behandelt. Was ist bei der AfD Initiative da also neu?

    am End wählt der Wähler aber wohl nicht die AfD, sondern ausdrücklich „NICHT“ die Altparteien (für die sich dieser Begriff ja bereits eingebürgert hat, was für die Parteien an sich schon problematisch werden wird).

  • Die DM hat funktioniert weil Deutschland eine Industriemacht war und alle Welt nach deutschen Produkten geschrien hat. Da war man auch bereit mehr für die Qualität zu bezahlen.

    Inzwischen hat sich das Blatt doch wirtschaftlich völlig gewandelt. Alle anderen rund um uns rum haben aufgeholt und kaufen lieber billig aus China bzw. schauen auch mal auf das Preis Leistungsverhältnis.

    Warum versuchen denn alle Ihre Währungen abzuwerten um wirtschaftlich attraktiver zu werden?

    Eine eigene Währung wäre der Todesstoss für dieses Land.

    Die AFD macht eine Politik aus den 80ern.

    • Ich fasse zusammen: Wir hier in Deutschland sind schlechter geworden und das soll auch so bleiben, drum: „Weiter so, wie bisher“. Das kann doch nicht ernsthaft so gemeint sein, wie es sich liest?

      Zum Thema China: China hat es mit all seinen seltenen Erden seit den 90ern nicht hinbekommen, die Kugellager für seine eigenen Hochgeschwindigkeitszüge selbst zu bestücken. Dazu braucht es immer noch europäische Hersteller und eben auch deutsche.

      Klar ist: die jetzige Politik verspielt den kleinen noch vorhandenen Vorsprung immer schneller (ein Kollege ist Dozent an einer Uni in Frankfurt und bestätigt es mir mit seinen Anekdoten aus Klausuren immer mal wieder). Natürlich müssen wir wieder ein Stück weit zur Situation der 80er zurück. Sonst ist die Katastrophe nicht mehr abzuwenden.

      Eine eigene Währung könnte bspw. auch dazu führen, die Leistungsbereitschaft in D wieder zu beleben. Wer nur das Gefühl hat, der Zahlmeister Europas zu sein, der wird sich selbstverständlich nicht groß anstrengen.

      Ob die AfD das geeignete Mittel ist, kann ich wirklich nicht sagen. Aber wie schon geschrieben: Mit der Wahl der AfD werden meiner Meinung nach ausdrücklich die Altparteien NICHT gewählt.

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