Schweden gilt vielen als Beweis, dass hohe Steuern, ein großer Staat und Sozialismus Wohlstand schaffen. Genau dieses Bild zerlegt die Dokumentation „What Sweden Got Right“ von Tomasz Agencki und Dr. Dr. Rainer Zitelmann.
Der Film zeigt: Schweden wurde nicht reich, weil es sozialistisch war. Schweden wurde reich, weil es über Jahrzehnte auf Unternehmertum, Eigentum, Wettbewerb und wirtschaftliche Freiheit setzte.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
In den 1970er Jahren schlug das Land einen deutlich unternehmensfeindlicheren Kurs ein. Steuern und staatliche Eingriffe wurden ausgeweitet, Unternehmer und Kapital verließen das Land, Investitionen gingen zurück. Selbst IKEA-Gründer Ingvar Kamprad kehrte Schweden zeitweise den Rücken.
Erst mit marktwirtschaftlichen Reformen in den 1980er- und 1990er-Jahren kam die Wende. Schweden senkte Steuern, öffnete Märkte, reformierte den Sozialstaat und stärkte private Initiative.
Besonders interessant: Das Land schaffte nach negativen Erfahrungen die Vermögensteuer, die Erbschaftsteuer und die Schenkungsteuer ab. Gleichzeitig hat Schweden heute mehr Milliardäre pro Einwohner als die USA und schneidet bei der wirtschaftlichen Freiheit teilweise besser ab als die Vereinigten Staaten.
Das passt nicht zum Bild des sozialistischen Musterlandes ;-).
Die Doku macht deutlich: Ein großzügiger Sozialstaat kann nur finanziert werden, wenn zuvor eine leistungsfähige Marktwirtschaft den Wohlstand erwirtschaftet. Erst muss das Geld verdient werden. Danach kann es verteilt werden.
Diese Reihenfolge wird in politischen Debatten gerne vergessen.
Besonders überzeugend sind die Interviews mit schwedischen Experten. Sie erklären, warum wirtschaftlicher Erfolg nicht durch die Bestrafung von Unternehmern entsteht, sondern durch ein Umfeld, in dem sich Leistung, Investitionen und Risiko lohnen.
Der Film ist kein trockener Vortrag, sondern eine klare wirtschaftspolitische Lektion: Wer Unternehmer vertreibt, verliert Arbeitsplätze, Investitionen und Steuereinnahmen. Wer wirtschaftliche Freiheit ermöglicht, schafft die Grundlage für Wachstum und sozialen Wohlstand.
Dass die Dokumentation gerade vor ein paar Tagen beim Anthem Film Festival 2026 in Las Vegas als „Best International Short Documentary“ ausgezeichnet wurde, ist deshalb verdient. Das Festival würdigte damit einen Film, der einen der hartnäckigsten politischen Mythen Europas infrage stellt.
Mein Fazit
„What Sweden Got Right“ ist ein sehenswerter Film für alle, die wissen wollen, wie Wohlstand wirklich entsteht.
Schweden beweist nicht, dass Sozialismus funktioniert.
Schweden beweist, dass ein Sozialstaat nur dann dauerhaft funktioniert, wenn darunter ein starkes kapitalistisches Fundament liegt.
Mein Filmtipp: unbedingt ansehen.
